Shopify-GPSR-Checkliste: Produktseite für die EU
Stand 1. September 2026 muss ein Shopify-Shop bei erfassten Verbraucherprodukten für EU-Käufer die vier Informationsgruppen aus GPSR Artikel 19 vor dem Kauf anzeigen. Shopify empfiehlt das Disclosures-Produktmetafeld für rechtlich erforderliche Warnungen und Produktbeschreibung oder Produkt-Metafelder für andere Pflichtangaben. Shopify stellt selbst keine EU-Verantwortliche Person.
Was wurde in diesem Shopify-GPSR-Leitfaden geändert?
- September 2026: Die veraltete Anleitung zu
product-template.liquidwurde durch Produkt-Templates, Abschnitte, Blöcke und dynamische Quellen von Shopify Online Store 2.0 ersetzt. - September 2026: Die unbelegte Checkout-Zustimmungsempfehlung wurde entfernt. Produktsicherheitsangaben gehören vor dem Kauf in das Online-Angebot.
- September 2026: Die vier Artikel-19-Datengruppen, Shopifys Disclosures-Empfehlung, Rollenabgrenzung und Rückrufablauf wurden ergänzt.
Gilt die GPSR für einen Shopify-Shop?
Die GPSR gilt, wenn ein erfasstes Verbraucherprodukt Verbrauchern in der EU angeboten wird; die Nutzung von Shopify ändert den rechtlichen Produktumfang nicht. Hersteller, Importeur, Händler und verantwortlicher Wirtschaftsakteur nach Artikel 16 behalten die Pflichten ihrer tatsächlichen Rolle.
Ein Händler außerhalb der EU braucht nicht allein wegen Shopify automatisch eine neue kostenpflichtige Verantwortliche Person. Zuerst sind Hersteller und Lieferkette zu bestimmen. Ein EU-Importeur kann die Rolle bereits erfüllen; andernfalls kann ein schriftliches Bevollmächtigtenmandat für das definierte Produkt geeignet sein.
Welche GPSR-Angaben muss eine Shopify-Produktseite zeigen?
| Informationsgruppe nach GPSR Artikel 19 | Angabe im EU-Angebot | Praktischer Shopify-Datenort | Verantwortlich für die Richtigkeit |
|---|---|---|---|
| Hersteller | Name, eingetragener Handelsname oder Marke, Postanschrift und elektronische Adresse | Produktbeschreibung oder eigenes Produkt-Metafeld/Metaobjekt | Hersteller und veröffentlichender Händler |
| EU-Verantwortliche Person | Bei Hersteller außerhalb der EU: Name, Postanschrift und elektronische Adresse der Person nach Artikel 16 | Eigenes Produkt-Metafeld oder referenziertes Metaobjekt; nicht mit dem Herstellerfeld vermischen | Tatsächlicher Artikel-16-Wirtschaftsakteur und Händler |
| Produktidentifikation | Bild, Produkttyp und ein weiterer Identifikator, etwa Modell-, Chargen- oder Serienbezug, soweit anwendbar | Shopify-Medien und native Produktdaten, ergänzt durch ein Metafeld für die Kennung am physischen Produkt | Hersteller und Händler |
| Warn- und Sicherheitsinformationen | Anwendbare Informationen in einer für Verbraucher im Zielstaat leicht verständlichen Sprache | Shopifys Disclosures-Produktmetafeld/Metaobjekt oder ein anderer sichtbarer Produktseitenblock | Zuständiger Wirtschaftsakteur und Händler |
Die vollständige Artikel-19-Checkliste für Online-Angebote erläutert die rechtlichen Datengruppen. Angaben auf der Produktseite ersetzen weder physische Kennzeichnung, Verpackung, Anleitung, Risikobewertung noch technische Dokumentation.
Wie lassen sich GPSR-Angaben ohne alte Liquid-Dateien einfügen?
Für ein aktuelles Shopify-Online-Store-2.0-Theme sollten Produkt-Metafelder und ein Abschnitt oder Block des Produkt-Templates vor direkter Codebearbeitung verwendet werden:
- Öffnen Sie im Shopify-Admin Settings → Custom data → Products.
- Legen Sie getrennte Definitionen für Hersteller, EU-Verantwortliche Person und Produktidentifikator an. Nutzen Sie für rechtlich erforderliche Warnungen die Shopify-Definition Disclosures, soweit sie zum Datensatz passt.
- Befüllen Sie die Werte für jedes betroffene Produkt und jede Variantenfamilie. Verwenden Sie keine Verantwortliche Person für unverbundene Produkte ohne gültiges Mandat.
- Öffnen Sie Online Store → Themes → Customize und wählen Sie das passende Produkt-Template.
- Fügen Sie einen geeigneten Text-, Rich-Text- oder Akkordeonblock hinzu und verbinden Sie jede Einstellung über den Dynamic-Source-Picker mit dem Produkt-Metafeld.
- Prüfen Sie die gerenderte Produktseite, Mobilansicht, jede Zielsprache und jeden EU-Markt vor Veröffentlichung.
Aktuelle Shopify-Themes verwenden üblicherweise ein templates/product.json-Template mit modularen Abschnitten und Blöcken. Für ein individuelles Theme kann ein eigener Liquid-Abschnitt sinnvoll sein; ein hart codiertes product-template.liquid-Snippet ist jedoch keine sichere allgemeine Anleitung.
Brauchen Shopify-Händler ein GPSR-Kontrollkästchen im Checkout?
Keine allgemeine GPSR-Regel verlangt, dass Käufer Produktsicherheitsbedingungen per Checkout-Kontrollkästchen akzeptieren. GPSR Artikel 19 verlangt stattdessen, dass die genannten Produkt- und Wirtschaftsakteurangaben im Fernabsatzangebot klar und sichtbar erscheinen. Warnungen erst im Checkout anzuzeigen, ist dafür zu spät.
Shopify Checkout UI Extensions können definierte Checkout-Komponenten ergänzen; auf Informations-, Versand- und Zahlungsseiten stehen sie jedoch nur Shopify-Plus-Shops zur Verfügung. Eine Checkout-Erweiterung ersetzt weder Produktseite, Kennzeichnung, technische Unterlagen noch Rollenprüfung.
Welche Rolle haben Shopify, Händler, Hersteller und Verantwortliche Person?
| Aufgabe | Shopify-Plattform | Shop-Betreiber | Hersteller oder verantwortlicher Wirtschaftsakteur |
|---|---|---|---|
| Storefront-Felder bereitstellen | Bietet Beschreibungen, Metafelder, Metaobjekte, Theme-Blöcke und Apps | Wählt und konfiguriert das Datenmodell | Liefert die rechtlich richtigen Ausgangsdaten |
| Artikel-19-Angaben veröffentlichen | Befüllt nicht automatisch jedes Produkt | Zeigt und kontrolliert die Daten vor dem Kauf | Prüft die Daten seiner rechtlichen Rolle |
| Risikobewertung und technische Unterlagen | Führt keine rechtliche Bewertung durch | Sammelt Unterlagen für angebotene Produkte | Hersteller erstellt und pflegt die erforderlichen Unterlagen |
| Artikel-16-Wirtschaftsakteur bestellen | Bietet diesen Dienst nicht direkt an | Bestimmt den tatsächlichen Lieferkettenweg | EU-Hersteller, Importeur, Bevollmächtigter oder Fulfilment-Dienstleister erfüllt die in der Verordnung bestimmte Rolle |
| Unsichere Produkte und Rückrufe bearbeiten | Stellt Shop- und Bestellwerkzeuge bereit | Stoppt betroffene Angebote und unterstützt die Kundenermittlung | Der zuständige Wirtschaftsakteur meldet, korrigiert und arbeitet mit Behörden zusammen |
Shopifys aktuelle Hilfeseite sagt ausdrücklich, dass Shopify selbst keine EU-Verantwortliche Person benennt. Eine Drittanbieter-App kann Felder anzeigen; ihre Installation ist kein schriftliches rechtliches Mandat.
Wie bereitet ein Shopify-Shop einen Produktrückruf vor?
Ein belastbarer Shopify-Rückrufablauf verbindet die physische Produktkennung mit Online-Datensatz und Bestellung:
- Stoppen Sie betroffene Produkt- und Variantenangebote, ohne Nachweise zu löschen.
- Ordnen Sie Modell, Charge oder Serienbereich den Shopify-SKUs, Varianten und Bestellungen zu.
- Bestimmen Sie, welcher Wirtschaftsakteur das EU Safety Business Gateway nutzen oder die zuständige Behörde kontaktieren muss.
- Informieren Sie identifizierbare betroffene Kunden direkt und verwenden Sie bei Bedarf eine GPSR-konforme Rückrufanzeige nach Artikeln 35 und 36.
- Dokumentieren Sie Entscheidung, Nachrichten, Korrektur, Erstattung oder Ersatz und Abschlussnachweis.
Ein Lagerbestand allein ist keine Rückverfolgbarkeit. Der Shop braucht eine Produktkennung, die auch auf Produkt, Verpackung oder Begleitunterlage erscheint.
Fünf häufige Shopify-GPSR-Fehler
- EU-Verantwortliche Person nur im Footer statt auf jedem betroffenen Angebot;
- eine Betreiberadresse für Produkte hart codieren, die nicht vom selben Mandat erfasst sind;
- Warnungen nur im Checkout zeigen;
- Marketingtexte übersetzen, Sicherheitsinformationen aber einsprachig lassen; und
- App, Theme-Block oder Badge als GPSR-Zertifikat behandeln.
Shopify-GPSR-Compliance-Service
Grüner Baum GmbH prüft Produktumfang, Artikel-16-Rollen, Risikounterlagen, technische Dokumente, Kennzeichnung und Artikel-19-Produktseitendaten vor Mandatsannahme. Der Shopify-GPSR-Service als Verantwortliche Person beginnt bei 249 € pro Jahr für eine Produktfamilie mit geringem Risiko; Theme- oder App-Umsetzung wird getrennt beauftragt. Produktprüfung anfragen.
Häufig gestellte Fragen
Wie füge ich GPSR-Angaben auf einer Shopify-Produktseite ein?
Nutzen Sie das Disclosures-Metafeld für rechtlich erforderliche Warnungen und Produktbeschreibungen oder Metafelder für andere Pflichtdaten. Verbinden Sie die produktspezifischen Werte mit einem sichtbaren Abschnitt oder Block des Produkt-Templates.
Bietet Shopify eine EU-Verantwortliche Person an?
Nein. Shopify bietet nach eigener Aussage keinen direkten Benennungsdienst. Der richtige Artikel-16-Wirtschaftsakteur ergibt sich aus Produkt und Lieferkette.
Welche GPSR-Angaben muss eine Shopify-Produktseite zeigen?
Zeigen Sie Hersteller, gegebenenfalls EU-Verantwortliche Person, Produktidentifikation und anwendbare Warn- oder Sicherheitsinformationen. Halten Sie die vier Gruppen getrennt und vor dem Kauf sichtbar.
Brauchen Shopify-Händler ein GPSR-Kontrollkästchen im Checkout?
Nein. Eine allgemeine Checkout-Pflicht besteht nicht. Die Artikel-19-Angaben gehören in das Online-Angebot; Checkout-Anpassungen ersetzen sie nicht.
Kann eine Shopify-App ein Produkt GPSR-konform machen?
Nein. Eine App kann Informationen speichern oder anzeigen, aber keine Sicherheitsnachweise schaffen, Herstellerpflichten übernehmen oder das Produkt zertifizieren.
Offizielle Quellen
- Verordnung (EU) 2023/988, Artikel 16, 19, 35 und 36
- Shopify Help — Understanding the General Product Safety Regulation
- Shopify-Entwicklerdokumentation — Dynamic data sources
- Shopify-Entwicklerdokumentation — Checkout UI extensions
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