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Sollten Sie den EU-Verkauf einstellen? Was eine GPSR-Verantwortliche Person wirklich kostet

Seit die EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR, Verordnung (EU) 2023/988) im Dezember 2024 wirksam wurde, reagieren viele kleine Etsy- und Amazon-Verkäufer außerhalb der EU auf eine naheliegende Weise: Sie stellen den Versand dorthin schlicht ein. Manche streichen die EU vollständig, statt herauszufinden, was eine EU-Verantwortliche Person überhaupt kosten sollte. Diese Reaktion ist nachvollziehbar — der Markt für Compliance-Dienstleistungen ist schnell unübersichtlich geworden, und nicht jedes Angebot darin ist redlich. Dieser Text versucht, die realen Zahlen offenzulegen, damit Sie selbst entscheiden können.

Ist die GPSR wirklich der Grund, warum Verkäufer die EU verlassen?

Für Hersteller und Markeninhaber außerhalb der EU verlangt Artikel 16 GPSR einen in der EU oder im EWR niedergelassenen Wirtschaftsakteur, der die Funktion der Verantwortlichen Person für das Produkt wahrnimmt, bevor es auf dem EU-Markt bereitgestellt werden darf. Das ist eine echte neue Anforderung und keine Panikmache — zugleich aber eine engere, als sie klingt. Sie bedeutet nicht, Ihr Unternehmen in Deutschland neu anzumelden oder ein lokales Team einzustellen. Sie bedeutet, jemanden per schriftlichem Mandat zu benennen, der Ihre technischen Unterlagen bereithält, bei Bedarf mit Marktüberwachungsbehörden kommuniziert und erreichbar ist. Für viele kleine Verkäufer besteht der EU-seitige Teil aus einem Vertrag und einer Jahresgebühr, nicht aus einem operativen Umbau.

Der Entschluss, sich trotzdem zurückzuziehen, entsteht häufig weniger aus der Anforderung selbst als daraus, nicht zu wissen, wie ein fairer Preis aussieht — und genau hier beginnt der unübersichtliche Teil dieses Marktes.

Was kostet eine GPSR-Verantwortliche Person 2026 tatsächlich?

Die veröffentlichten Preise gehen weit auseinander. Am unteren Ende werben manche Dienste mit etwa 100 bis 200 Euro pro Jahr. Am oberen Ende berichten Marktteilnehmer von Anbietern, die 350 Euro oder mehr je Produktkategorie berechnen oder im Telefongespräch Beträge deutlich oberhalb von 1.000 Euro nennen — bisweilen ein Vielfaches dessen, was ursprünglich auf der Website stand. Diese Lücke zwischen beworbenem und tatsächlich berechnetem Preis ist die mit Abstand häufigste Ursache des Misstrauens, das Verkäufer schildern.

Zur Einordnung: Unsere eigenen Pakete beginnen bei 249 Euro pro Jahr für eine Produktfamilie mit geringem Risiko und unbegrenzter SKU-Zahl, steigen auf 549 Euro (bis zu 5 Familien) und 949 Euro (bis zu 20 Familien); breitere Sortimente erhalten ein individuelles Enterprise-Angebot. Spielzeug, Elektronik, Kosmetik, Kinderbetreuungsartikel und andere gesondert regulierte Kategorien werden separat bepreist, weil sie tatsächlich eine tiefere technische Prüfung erfordern — nicht weil die Kategorie ein Vorwand wäre, je Listing mehr zu verlangen. Die vollständige Aufschlüsselung steht auf unserer Preisseite.

Die ehrliche Schlussfolgerung: Ein fairer Jahrespreis für ein überschaubares Sortiment mit geringem Risiko sollte ein niedriger dreistelliger Eurobetrag sein, klar genannt, bevor Sie irgendwelche Produktangaben liefern — und keine Zahl, die erst nach einem Verkaufsgespräch auftaucht.

Worauf sollten Sie achten, bevor Sie dafür bezahlen?

Einige konkrete Prüfpunkte, ausgehend von den Beschwerden, die Verkäufer über Compliance-Dienstleister tatsächlich äußern:

Nichts davon macht Ihre Produkte automatisch konform — diese Verantwortung bleibt nach der GPSR beim Hersteller, unabhängig davon, wer Ihre Verantwortliche Person ist. Es zeigt Ihnen aber, ob Sie es mit einem echten Dienstleister oder mit einer reinen Adresshülle zu tun haben.

Was verlieren Sie, wenn Sie den EU-Verkauf stattdessen einstellen?

Das ist die Rechnung, die häufig übersprungen wird. Bevor Sie entscheiden, dass der EU-Markt die Compliance-Kosten nicht wert ist, lohnt es sich, tatsächlich nachzurechnen:

Nehmen Sie Ihren EU-Umsatz der letzten zwölf Monate. Teilen Sie ihn durch die angebotene Jahresgebühr. Liegt das Ergebnis deutlich über dem Drei- bis Vierfachen, ist die Gebühr eine geringe Abgabe auf Umsatz, den Sie ohnehin erzielen. Liegt es bei etwa dem Einfachen oder darunter, spricht die Rechnung tatsächlich gegen einen Verbleib — siehe die ehrliche Ausnahme weiter unten.

Bei einem Verkäufer mit 5.000 bis 10.000 Euro EU-Umsatz pro Jahr ist eine Jahresgebühr von 249 bis 549 Euro ein niedriger einstelliger Prozentsatz des Umsatzes — weniger als die meisten Marktplatzprovisionen. Bei einem Verkäufer mit einigen hundert Euro gelegentlicher EU-Bestellungen kann dieselbe Gebühr die Marge vollständig aufzehren.

Der Rückzug hat außerdem Kosten, die auf keiner Rechnung erscheinen: EU-Käufer, die nicht mehr bestellen können, entfernte oder geografisch gesperrte Listings und verlorene Ranking-Signale auf Marktplätzen, die eine stabile Verfügbarkeit einbeziehen. Ein späterer Wiedereintritt in den EU-Markt kostet in der Regel mehr Zeit, als der Verbleib an Gebühren gekostet hätte.

Wann ist der Rückzug aus dem EU-Markt tatsächlich richtig?

Manchmal ist er es, und das sollte man klar aussprechen. Wenn Ihre EU-Verkäufe aus einer Handvoll Bestellungen im Jahr bestehen, EU-Käufer nicht zu Ihrem Wachstumsplan gehören und Sie keine Listung auf EU-spezifischen Marktplätzen planen, trägt sich die Jahresgebühr möglicherweise schlicht noch nicht. Dann ist es oft sinnvoller, den EU-Verkauf vorerst geografisch zu beschränken, statt für eine Leistung zu zahlen, die Sie nicht brauchen — und die Entscheidung erneut zu prüfen, wenn die Nachfrage wächst. Eine GPSR-Verantwortliche Person braucht man nicht „für alle Fälle"; man braucht sie, sobald man Produkte tatsächlich auf dem EU-Markt bereitstellt.

Lohnt es sich also?

Für die meisten Verkäufer mit aktivem oder wachsendem EU-Geschäft: ja. Ein sauber bepreister, transparenter Dienst für die Verantwortliche Person kostet pro Jahr weniger als eine einzige verlorene Auseinandersetzung um eine EU-Bestellung und nimmt eine echte rechtliche Anforderung von Ihrem Tisch. Für Verkäufer mit vernachlässigbarem EU-Volumen und ohne Wachstumsabsicht lautet die ehrliche Antwort, dass es sich noch nicht lohnen mag — und kein Compliance-Anbieter sollte Ihnen etwas anderes erzählen, nur um einen Abschluss zu erzielen.

In beiden Fällen sollte die Entscheidung auf Ihrem tatsächlichen EU-Umsatz und einem schriftlich einsehbaren Preis beruhen — nicht auf einer angstgetriebenen Reaktion auf eine Verordnung, die in der Praxis enger gefasst und günstiger zu erfüllen ist, als die alarmistischeren Ecken des Internets nahelegen.

30-minütige GPSR-Bewertung

Ob Ihre Marke gerade in den EU-Markt einsteigt oder bereits verkauft — eugpsr.de unterstützt Sie bei GPSR-Lückenanalyse, Dokumentenvorbereitung, Kennzeichnungs- und Warnhinweisprüfung, Rückverfolgbarkeitsstruktur und Diensten der Verantwortlichen Person.

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Hatice Muazzez Bodur — Grüner Baum GmbH

Geschäftsführerin · GPSR Verantwortliche Person

Hatice Muazzez Bodur ist die Geschäftsführerin der in Deutschland ansässigen Grüner Baum GmbH. Im Rahmen der EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR, Verordnung 2023/988) erbringt sie Dienstleistungen als EU-Verantwortliche Person — eine gesetzliche Anforderung für Marken aus der Türkei und anderen Drittländern, die Produkte auf dem EU-Markt vertreiben. Sie ist ISO-9001-Auditorin; unser Team verfügt zusätzlich über Auditerfahrung gemäß den Grundsätzen von ISO 27001 und 42001. Unsere Arbeit erfolgt im Rahmen dieser drei Grundsätze. Beratung auf Türkisch, Deutsch und Englisch. Die Grüner Baum GmbH (HRB 52165, Amtsgericht Mainz) mit Sitz in der Vorstädter Str. 32, 55276 Oppenheim, stellt Markeninhabern eine EU-Verantwortlichen-Person-Dokumentation sowie einen direkten Kommunikationskanal zu Marktüberwachungsbehörden zur Verfügung.

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